Forschungsprojekte

BAB 050/21: Bodendatenanalyse - Finanzbodenschätzung und Bodenkartierung (BODAT)

Zielsetzung

Im Projekt BODAT werden Anwendungsmöglichkeiten der beiden flächenbezogenen Bodendatensätze (Finanzbodenschätzung, Bodenkarte) Österreichs evaluiert und Möglichkeiten der Verwendung für betriebswirtschaftliche und agrarpolitische Maßnahmen aufgezeigt. Zusätzlich wird die Korrelation einzelner Parameter der beiden Datensätze mit Fernerkundungsdaten und mit Bodenparametern und Ergebnissen des Projekts GIS-ELA festgestellt. Diese Erkenntnisse sollen in weiterer Folge in die landwirtschaftliche Beratung, in Präzisionslandwirtschaftsmaßnahmen, in Maßnahmen zur Klimawandelanpassung und für den quantitativen und qualitativen Bodenschutz verwendet werden. Die Nutzung der kürzlich verfügbaren räumlich, zeitlich und spektral sehr hochaufgelösten Copernicus Sentinel-2 Satellitenbildern birgt neues Potential zur Verbesserung der verfügbaren Bodendatensätze in Österreich vor allem in Bezug auf die aktuelle Ertragsfähigkeit von Böden. Gegenstand dieses Projektes wird u.a. sein eine adäquate Methode zur Ableitung dieses Parameters aus den Satellitenbildern zu erarbeiten. Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) hat im einen mehrdimensionalen Datenwürfel (ODC, open.datacube.org) mit den für die Analyse notwendigen Satellitenbildern und weiteren Rasterdatenbeständen aus dem Bereich des BMLRT Ressort-GIS (Laserscan Höhenmodelle, normalisierte Oberflächenmodelle usw.) aufgebaut. Diese Hardware und Software-Infrastruktur ist für die Analyse im Projekt vorgesehen.

Projektstand und geplante Arbeiten für 2022

Nach den bisher durchgeführten Arbeiten lässt sich durchaus Potential in den verschiedenen Datenquellen erkennen. Vor allem die Kombination von Fernerkundungsdaten mit im Gelände erhobenen Daten eröffnet neue Möglichkeiten die Bodenaufnahmen in Zukunft zu optimieren. In der nächsten Projektphase werden die weiteren Pilotgebiete in derselben Art und Weise aufbereitet. Zusätzlich wird der Versuch fortgeführt, ein Datenmodell zu entwickeln, das alle drei vorgestellten Datenquellen miteinander verknüpfen kann. Allerdings hat sich herausgestellt, dass auch bei einem hohen Deckungsgrad zwischen den Karten der beiden Bodendatensätze ein eindeutiger Schluss betreffend die Zuweisung derselben Bodeneinheit nicht verlässlich und daher nicht automatisierbar möglich ist. Eine Verknüpfung von Attribut‐Daten anhand der Deckung der Geometrien ist nicht möglich. Es wurde daher beschlossen, den Fokus vermehrt auf die Identifizierung von Minder‐Ertragsbereichen zu legen. Dabei soll geprüft werden, ob eine Zuordnung dieser Extrem‐Standorte zu Bodeneinheiten von Bodenkartierung und Finanzbodenschätzung eher möglich ist als ein kleinflächiges Ausdifferenzieren der Flächen – eventuell sogar (teil)automatisiert. In weiterer Folge können die bodenkundlichen Ursachen dieser Minderertragsflächen ermittelt und sinnvolle Bewirtschaftungsmaßnahmen abgeleitet werden. Wie auch im ersten Projektjahr werden dafür seitens der BAB der OpenDataCube (ODC) mit Satellitenbilddaten und Rechenleistung zur Verfügung gestellt, um in den Projektgebieten fernerkundliche Variablen (Blattflächenindex, Vegetationsindex NDVI) aus Satellitenbildern zu berechnen, die in der Lage sind, die bestehenden Bodendaten sinnvoll ergänzen.

Projektstart: 13.10.2020
Projektende: 31.8.2022

 

laufend
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