Forschungsprojekte

BAB 041/20: Standardarbeitszeitbedarf in der österreichischen Landwirtschaft

Ausgangssituation

Dem Faktor „Arbeit“ kommt neben dem eingesetzten Kapital und in der Landwirtschaft auch dem Faktor Boden in der betriebswirtschaftlichen Betrachtung eine Schlüsselrolle zu. Der Arbeitseinsatz in der Land-wirtschaft wird insbesondere durch die Mechanisierung und durch den stetigen Strukturwandel (kleiner Betriebe mit höherem Arbeitszeitbedarf je produzierte Einheit) sukzessive zurückgedrängt. Berechnungen der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft zeigen, dass sich der Arbeitseinsatz in der Landwirtschaft in den letzten 25 Jahren um 45% verringert hat. Eine systematische Erfassung des Arbeitszeitbedarfes in Österreich wurde zuletzt 2006 von der damaligen Bundesanstalt für alpenländische Landwirtschaft in Gumpenstein und der damaligen Bundesanstalt für Landtechnik in Wieselburg publiziert. Mittels Befragungen von Betrieben wurde der Standardarbeitszeitbedarf für jeden teilnehmenden Einzelbetrieb erhoben und auf die österreichische Landwirtschaft hochgerechnet (Standardarbeitszeitbedarf in der österreichischen Landwirtschaft, Ergebnis der Berechnung der einzelbetrieblichen Standardarbeitszeiten: Handler, Stadler u. Blumauer 2006).

Zielsetzung

Neuauflage einer Publikation für Standardarbeitszeiten in der österreichischen Landwirtschaft. Aufbau einer webbasierten Datenbank zur laufenden Aktualisierung und künftigen Nutzung der Standardarbeits-zeiten in Verbindung mit anderen Verwaltungsdatensätzen. Neben den Standardarbeitszeiten für Produktionsverfahren wie z.B. Weizen sollen auch die Zeiten für die organisatorische Arbeit (Arbeitszeit für betriebliches Management) erhoben werden.

Stand des Projektes

(Stand November 2021) Das Untersuchungsdesign bzw. die Arbeitszeit- Erfassungssystematik und die Modellfunktionen wurde von den Projektbeteiligten des BLT und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein ausgearbeitet. Aufbauend auf die Erfassungssystematik, wurde von der BAB eine Anwendung (Zeiterfassungs-App) programmiert welche die Arbeitszeiterfassung auf den Betrieben ermöglicht. Die Infrastruktur für die Datenverarbeitung steht bereit. Erste Tests der Anwendung laufen. Die Kategorisierung der für die Teilnahme zur Zeitaufzeichnung (Bereich Innenwirtschaft und org. Arbeit) benötigten Betriebe ist erfolgt.  

Arbeiten 2022

Nachfolgende Tätigkeiten unterliegen dem Verantwortungsbereich der BAB: Die Arbeitszeitdaten von Betrieben der Außenwirtschaft sollen in Zusammenarbeit mit der LBG (Arbeitszeitdaten aus der Ackerschlagkartei von buchführenden Betrieben) und Lohnunternehmen erfolgen. Nach Abschluss der App-Testphase, ist die Besprechung und Planung einer Zusammenarbeit mit den genannten Datenlieferanten nötig. Für jene Betriebe, welche für den Bereich Innenwirtschaft Arbeitszeit aufzeichnen sollen, ist eine offizielle Anfrage vorzubereiten. Alle relevanten Formalitäten zu Datenschutz und Datennutzung müssen vor Beginn der Untersuchung beschlossen werden. Jedem teilnehmenden Betrieb ist ein individuelles, digitales Betriebskonto einzurichten. Die laufende Betreuung der teilnehmenden Betriebe und Pflege der generierten Arbeitszeitdaten kommen hinzu. Für die Plausibilisierung der Modellannahmen im Bereich Außenwirtschaft, wird ein für Jänner 2022 einzuberufender Expert:innenworkshop die für das Modell angenommene betrieblich-maschinelle Ausstattung evaluieren. Da sich die Arbeitsvorgänge und Arbeitszeiten auf den Betrieben im Jahresverlauf verändern, erscheint ein Abschluss der Aufzeichnungen nach der Herbst/Winterperiode 2022/2023 als sinnvoll.

Zeitplan

Projektbeginn: April 2020

Projektende: Sommer 2023

laufend
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