Forschungsprojekte

BAB 024/19: Landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen revisited

Eine Paneluntersuchung zur Betriebs- und Haushaltsentwicklung

Ausgangssituation

Die österreichische Landwirtschaft ist einem kontinuierlichen Wandel unterworfen. Diese Veränderungen betreffen sowohl das betriebliche Geschehen als auch die wirtschaftende bäuerliche Familie. In Österreich liegt der Anteil an Betriebsleiterinnen laut statistischer Erhebungen im EU-weiten Vergleich sehr hoch. Dies ist sowohl auf einen hohen Anteil an Nebenerwerb als auch auf sonstige steuer- und pensionsrechtliche sowie fördertechnischen Gründe zurückzuführen. Die 27 Befragten wiesen hierbei divergierende Identitätskonstruktionen als Betriebsleiterinnen auf. Dementsprechend unterschiedlich waren auch ihre betrieblichen Entwicklungsstrategien. Diese reichten von betriebswirtschaftlicher Optimierung des Betriebes bis hin zu ganzheitlich orientierten und ökologisch ausgerichteten Lebenskonzepten.

Zielsetzung

Vor rund 10 Jahren wurde das Projekt „Landwirtschaftliche Betriebsleiterinnen in Österreich – eine explorative Studie zur Identitätsbildung“ (BF 106/06) durchgeführt. Im qualitativen empirischen Teil der Studie wurden 27 Betriebsleiterinnen mittels persönlicher Interviews befragt. Das Ziel des Forschungsprojektes liegt darin, zu erfassen, wie sich die Verhältnisse auf den Betrieben der Betriebsleiterinnen, in ihren Familien und in ihrem sozialen Umfeld in der letzten Dekade verändert haben. Die Befragten der Ausgangsstudie befanden sich in unterschiedlichen Lebensphasen und folglich werden auch die Entwicklungsverläufe der Betriebe vielfältige Ausprägungen haben. Aufgrund der Diversität der Betriebe, der Pluriaktivität und ihrer unterschiedlichen Ausstattung sind aus wissenschaftlicher Perspektive interessante Entwicklungsverläufe betreffend die wirtschaftliche Entwicklung, neue Kooperationen aber auch in Bezug auf die Hofübergabe zu erwarten. Die Ergebnisse können in weiterer Folge für die Beratung und für das Förderregime im Rahmen des GAP-Strategieplanes operative Hinweise liefern. Es soll sowohl die Rolle der Frauen am Betrieb und im Haushalt als auch die Dynamik der Geschlechter- und Generationenverhältnisse in den letzten Jahren erforscht werden.

Geplante Arbeiten 2022

Aufgrund der weitreichenden Einschränkungen durch die Covid-19-Pandemie waren 2021 die Interviews mit den Betriebsleiterinnen vor Ort nicht durchführbar. Daher kam es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung des gegenständlichen Projektes. Die Feldarbeiten werden im Laufe des Jahres 2022 durchgeführt. Die davon gewonnenen verbalen Daten werden unter Anwendung des Analyseprogrammes MAXQDA einer qualitativen Inhaltsanalyse unterzogen und ausgewertet. Für eine strukturelle quantitative Analyse landwirtschaftlicher Betriebsleiterinnen in Österreich können die im Frühjahr 2022 publizierten Daten der Agrarstrukturerhebung 2020 herangezogen werden.

Zeitplan

Das Projekt soll im Frühjahr 2023 abgeschlossen werden.

 

Frau auf Traktor am Feld

Frau auf Traktor am Feld

BABF, Hager, 2010

ProjektleiterIn

OEDL-WIESER, Theresia

Mag.a DI.in Dr.in Theresia OEDL-Wieser

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Team

PFUSTERSCHMID, Sophie

DI.in Sophie PFUSTERSCHMID

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
laufend
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