Forschungsprojekte

BAB 020/19: Frauen und lebendige Ländliche Räume

Ausgangssituation

Ungleiche Lebensbedingungen und mangelnde Perspektiven veranlassen junge und besser gebildete Menschen, darunter viele junge Frauen, ihre ländliche Herkunftsregion zu verlassen. Der damit verbundene „Brain Drain“ wird in den nächsten Jahren noch stärker sichtbar werden. Mancherorts kann es auch zu Verschiebungen in den regionalen Geschlechterproportionen kommen. Eine Rückkehr oder der Zuzug in ländliche Regionen stellen für viele, oftmals gut ausgebildete Frauen eine Herausforderung dar; dies vor allem in Hinblick auf Beschäftigung, auf die soziale Umgebung und Integration sowie auf die eigenständige Lebensgestaltung.

Zielsetzung

Im Rahmen des gegenständlichen Projektes werden Faktoren und Rahmenbedingungen für vitale ländliche Räume im Sinne von lebendigen sozialen Organismen aus einer geschlechterspezifischen Perspektive analysiert. Motive und Ursachen für die verstärkte Abwanderung junger Frauen aus peripheren Regionen werden identifiziert sowie Alltagsbedingungen und bestehende strukturelle Benachteiligungen betrachtet. Welche Voraussetzungen braucht es, damit die Aufenthaltsqualität für Frauen aller Altersgruppen in ländlichen Regionen so gestaltet ist, dass die Bleibe- und Rückkehrperspektiven steigen? Wie gehen Frauen mit ihren Alltagsbedingungen und bestehenden strukturellen Benachteiligungen in ihrer Region um? An welchen innovativen Lösungen und Prozessen der ländlichen Entwicklung sind sie beteiligt und über welches Veränderungspotenzial verfügen sie im Bereich von sozialen und ruralen Innovationen und bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder? Wie ergeht es ihnen beim Wiedereinstieg in den Beruf, bei der Zusammenarbeit und Vernetzung unterschiedlichster Kooperationspartner:innen, bei der Schaffung von wohnortnahen Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten und der Stärkung des sozialen Zusammenhalts in den Dörfern. Insbesondere interessiert hierbei, wie die vielfältigen und unentbehrlichen Leistungen von Frauen als endogene Ressourcen für eine zukunftsfähige und dynamische Entwicklung ländlicher Räume genutzt werden können.

Arbeiten 2022

Im Jahr 2021 wurden die 46 transkribierten narrativen Interviews unter Anwendung des Analyseprogrammes MAXQDA codiert und damit begonnen, die große Menge an verbalen Daten zu kontextualisieren. Aufgrund der Mitarbeit des Projektteams in anderen, kurzfristig anfallenden, Projekten kam es zu Verzögerungen bei der Kontextualisierung und Analyse der verbalen Daten. Diese Analysearbeit wird fortgesetzt und es werden Kategorien gebildet, die sich an der alltäglichen Lebensführung und dem biographischen Werdegang der Befragten ausrichten. Im Herbst 2022 werden in einer „Dialogrunde“ mit ausgewählten Expert:innen die Ergebnisse des Projektes zur Diskussion gestellt und gemeinsam reflektiert. Die Publikation der Ergebnisse erfolgt in Form eines Forschungsberichtes.

Zeitplan

Das Projekt soll Ende 2022 abgeschlossen werden.

ProjektleiterIn

OEDL-WIESER, Theresia

Mag.a DI.in Dr.in Theresia OEDL-Wieser

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Team

BAUCHINGER, Lisa

MA Lisa Bauchinger

Berggebietsforschung und Regionalentwicklung
LOIBL, Elisabeth

DI.in Elisabeth LOIBL

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
PFUSTERSCHMID, Sophie

DI.in Sophie PFUSTERSCHMID

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
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