COVID-19-Krise: Lessons Learnt

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Teilprojekt: Die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln in Österreich - Qualitative Erhebung

Das „window of opportunities“ für eine nachhaltige, und damit eventuell auch regionalere, öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln ist derzeit weit geöffnet. Um die ambitionierten Ziele des naBe-Aktionsplanes in die Praxis umzusetzen, ist der Weg der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austausches zwischen den relevanten Stakeholdern in diesem Bereich fortzusetzen. Für die Initiative „Forum Österreich isst regional“ sollen ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Koordinierungs- und Vernetzungsarbeit über einen längeren Zeitraum fortsetzen zu können.

Wie jüngste Studien aufzeigen, ist für viele Österreicher*innen die regionale Herkunft von Lebensmitteln wichtig. Diese Wertschätzung österreichischer Lebensmittel sollte sich auch in deren Verwendung in der Gemeinschaftsverpflegung und in der Gastronomie widerspiegeln. Es sollen daher Initiativen unterstützt werden, welche die Herkunft von Lebensmitteln für die Gäste transparent machen und auch das Bewusstsein der Konsument*innen in diese Richtung stärken.
Die EU-Richtlinien und nationalen Gesetze für die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln stellen ein enges Korsett für die beschaffenden Institutionen dar. Um Nachhaltigkeit in diesem Bereich umsetzen zu können und in weiterer Folge die Resilienz ländlicher Regionen zu stärken, sollen gemeinsam Wege gefunden und Strategien entwickelt werden, um diese Ziele in naher Zukunft – 2030 – zu erreichen.

Für eine vermehrte Berücksichtigung von Tierwohl- und von sozialen Kriterien ist ein starkes politisches Commitment notwendig, um die komplexen und interessensgeleiteten Inhalte konstruktiv einer Lösung zuzuführen. Diese Weichenstellungen können auch dafür genutzt werden, das Bewusstsein für gesunde Ernährung in der Gesellschaft zu stärken.

Bezüglich der Teilnahme von bäuerlichen Produzent*innen an öffentlichen Ausschreibungen zur Lebensmittelbeschaffung bestehen einige Barrieren. Die Ausschreibungen werden digital durchgeführt, es müssen ausreichende Mengen verfügbar sein und die Vertragsbedingungen sind oft zu Lasten der Anbieter gelagert. Zudem verfügen viele bäuerliche Produzent*innen nicht über adäquate Zertifizierungen, um an den Ausschreibungen teilnehmen zu können. Es läuft derzeit ein Pilotprojekt im Rahmen der dynamischen Beschaffung für eine niederschwellige Beteiligung von Produzent*innen an Ausschreibungen. Solche Pilotierung gehören unterstützt und sollen weiterentwickelt werden.

Des Weiteren sollen Initiativen unterstützt werden, die das Angebot von bäuerlichen Produzent*innen in einer Region bündeln, um bei öffentlichen Ausschreibungen mitbieten zu können. Die Mobilisierung der Produzent*innen und die Vernetzung sowie Zusammenarbeit über Produktionssparten hinweg ist sehr herausfordernd und bedarf der Unterstützung von Interessensvertretung und Politik. So kann die Wertschöpfung in der Region und bei den bäuerlichen Produzent*innen erhöht werden.

Das Zusammenwirken aller betroffenen Institutionen und Stakeholder ist in Krisenzeiten, und insbesondere in der derzeitigen COVID-19 Pandemie, von größter Bedeutung. Die Weichen für eine nachhaltige öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln in Österreich sind gestellt. Die Rahmenbedingungen für die Umsetzung wie der politische Wille, eine koordinierende Institution, Steuerungsinstrumente sowie Plattformen für Austausch und Kooperation sind vorhanden. Es geht nun darum, die Expert*innen und Stakeholder gemeinsam arbeiten und gestalten zu lassen.

AMA Gütesiegel

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AMA

ProjektleiterIn

OEDL-WIESER, Theresia

Mag.a DI.in Dr.in Theresia OEDL-Wieser

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
QUENDLER, Erika

DI.in Dr.in Erika QUENDLER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
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