Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden Ziele wie z.B. die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe oder die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und einer effizienten Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen mit verschiedenen Maßnahmen verfolgt. Zur Weiterentwicklung der Maßnahmen der GAP ist es zielführend, Reaktionen der beteiligten Akteur:innen wie z.B. Landwirt:innen auf diese Maßnahmen (z.B. die Flächennutzung landwirtschaftlicher Betriebe) und weitere Rahmenbedingungen (z.B. Märkte, Klima) sowie Wirkungen der Maßnahmen (z.B. ökonomische Auswirkungen, ableitbare Umwelteffekte) einzuschätzen. Dafür benötigt es eine detaillierte und gut aufbereitete Datenbasis, Kenntnis von Methoden für modellbasierte Analysen sowie Modelle.
Das übergeordnete Ziel dieses Grundlagenprojektes war es, ein „Modellsystem“ zu entwickeln bzw. weiterzuentwickeln, mit dem Reaktionen der landwirtschaftlichen Betriebe auf Änderungen von Rahmenbedingungen abgeschätzt und Schlüsse über die Folgen bestimmter Maßnahmen auf aggregierter Ebene gezogen werden können. Im Projektverlauf wurde das übergeordnete Ziel dahingehend spezifiziert, einen Rahmen für unterschiedliche Analysen zu Wirkungen agrarpolitischer Maßnahmen und anderer Einflussfaktoren auf den Agrarsektor zu schaffen und methodische Kompetenzen zu erweitern. Der Fokus lag dabei auf Analysen zu primär ökonomischen Fragestellungen auf Basis einzelbetrieblicher Daten.
In diesem Grundlagenprojekt, das im Jahr 2004 an der (ehem.) Bundesanstalt für Agrarwirtschaft startete und ab 2019 an der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen weitergeführt wurde, wurden verschiedene Tätigkeiten im Zeitverlauf im Rahmen verschiedener – hier thematisch zusammengefasster – Teilbereiche verfolgt:
- Effizienzanalyse: Mithilfe einer Effizienzanalyse (Data Envelopment Analysis, DEA) wurde die Effizienz von Milchviehbetrieben analysiert. Die Ergebnisse dazu wurden veröffentlicht (z.B. Kirner, Ortner und Hambrusch, 2007).
- Optimierungsmodell: Das Betriebsoptimierungsmodell FAMOS der Universität für Bodenkultur Wien (Schmid, 2004) wurde für Daten der Buchführungsbetriebe und zur Analyse der Auswirkungen bestimmter Reformen der GAP (z.B. GAP-Reform 2003) adaptiert und im Rahmen von bereits abgeschlossenen Projekten der (ehem.) Bundesanstalt für Agrarwirtschaft eingesetzt. Ergebnisse dazu wurden im Zusammenhang mit diesen abgeschlossenen Projekten veröffentlicht. Zudem wurden laufend im Rahmen des Grundlagenprojektes methodische Kompetenzen erweitert, v.a. im Zusammenhang mit der Methode der mathematischen Programmierung.
- Datenbasis für modellgestützte Analysen: Im Projektverlauf wurde am Aufbau einer Datenbasis für modellgestützte Analysen gearbeitet. Diese Tätigkeiten werden ab 2026 im Projekt BAB 090/26 (GRI-MA) fortgeführt.
- Räumlicher Wettbewerb zwischen Milchverarbeitern: Gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien und dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) in Halle (Saale) wurde ein Literaturüberblick zur räumlichen Ökonomie in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht (Graubner, Salhofer und Tribl, 2021). In Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien wurden Ergebnisse theoretischer Modelle zum räumlichen Wettbewerb auf Märkten wie dem Rohmilchmarkt mithilfe ökonometrischer Modelle und anhand von Daten für Süddeutschland überprüft. Empirische Ergebnisse wurden auf wissenschaftlichen Tagungen in den Jahren 2017, 2021 und 2025 präsentiert (siehe Tribl, Morawetz und Salhofer, 2017).