COVID-19-Krise: Lessons Learnt

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COVID-19-Krise: Lessons Learnt

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Die COVID-19-Krise ist viel mehr als eine Gesundheitskrise. Sie hat unermessliches Leid für Millionen Menschen gebracht, bis dato undenkbare Einschränkungen in unserem Leben notwendig gemacht und die Wirtschaft massiv beeinträchtigt. Gleichzeitig hat die COVID-Krise die Bedeutung einer ausreichenden und zuverlässigen Versorgung mit elementaren Gütern wie Wasser, Lebensmitteln, Medikamenten und medizinischen Geräten ins Bewusstsein der Menschen gerückt.

Bereits im April 2020 hat das BMLRT ein umfassendes Forschungsprojekt initiiert, um Lehren aus der Krise zu ziehen also zu einem Zeitpunkt zu dem der Verlauf nicht absehbar war. Neben der Primärproduktion in der Land- und Forstwirtschaft wurde die gesamte Wertschöpfungskette mit Verarbeitungsindustrie, Handel sowie die Gastronomie und die Hotellerie einbezogen. Die Krise war der Anlass, die bedeutendsten Glieder der gesamten Versorgungskette der Bioökonomie in Österreich systematisch zu durchleuchten.

FBM Koestinger„Covid hat bewiesen, dass die Versorgung mit Waren nur dann problemlos läuft, wenn die Grenzen offen sind und die Mobilität der Arbeitskräfte gewährleistet ist. Kommt es hier zu Einschränkungen, folgen Probleme in mehreren Bereichen, die zu Versorgungsengpässen führen können. Das betrifft die Waren selbst, aber auch etwas Transportmittel, Verpackungsmaterial und Personal. Die Krise hat uns deutlich außerdem in Erinnerung gerufen, dass ein hoher Selbstversorgungsgrad das beste Mittel ist, um die Versorgung unserer Bevölkerung mit Lebensmitteln zu sichern.“

Bundesministerin Elisabeth Köstinger

Das BMLRT hat damit mit dieser Studie eine Benchmark gesetzt, da erstmals die Auswirkungen und Konsequenzen der COVID-Krise für gesamte Sektoren (Wertschöpfungskette Lebensmittel, Wertschöpfungskette Holz) wissenschaftlich evaluiert wurden.

Die Sicherheit der ausreichenden Versorgung mit gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmittel ist ein hohes Gut. Ziel ist es, die Resilienz des Versorgungssystems mit Lebens- und Nahrungsmitteln bzw Holz weiter zu stärken und die Land- und Forstwirtschaft sowie die Regionen insgesamt krisenfester zu machen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 15 Einrichtungen von der Austrian Energy Agency bis zum Zentrum für Globalen Wandel arbeiten an insgesamt 16 Arbeitspaketen. Die wissenschaftliche Koordination lag beim Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung und der Bundesanstalt für Agrarökonomie und Bergbauernfragen. Das gesamte Ergebnis lieg noch nicht vor, da einige Bereiche noch in Arbeit sind. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen Folgendes.

  • Deutlich gezeigt hat sich, dass krisenbewusstes Handeln in den betroffenen Unternehmen kombiniert mit zeitnaher, großzügiger und gezielter öffentlicher Unterstützung die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Krise begrenzen konnte.
  • Für etliche Betriebe eröffnete die Krise neue Chancen und Absatzmöglichkeiten und beschleunigte den digitalen Wandel, der in Zukunft noch stärker genutzt werden kann.
  • Die Versorgung mit Waren läuft nur dann problemlos, wenn die Grenzen offen sind. Einschränkungen im Waren- und Personenverkehr, können zu Versorgungsengpässen führen – speziell beim Transport, bei der Produktion von Gemüse und Fleisch. Das betrifft die Waren selbst, aber auch Vorleistungsgüter und vor allem die Arbeitskräfte. Ihre Gesundheit und Mobilität müssen vorrangig gewährleistet werden.

 

Die Corona-Krise und land- und forstwirtschaftliche Wertschöpfungsketten Resilienz

  • Seit dem Sommer 2020 arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 15 Forschungseinrichtungen an 16 Teilfragestellungen, um Evidenz zu schaffen, in welchen Bereichen Engpässe und Schwächen in und zwischen den Gliedern der Wertschöpfungskette sichtbar geworden sind und mit welchen Maßnahmen die Resilienz des Versorgungssystems mit Lebens- und Nahrungsmitteln zu stärken ist.
  • Die Forschungsergebnisse dienen im Wirkungsbereichs des BMLRT dazu, Handlungsfelder zu identifizieren und Verbesserungen aufzeigen. Darüber hinaus werden Empfehlungen erarbeitet, wie politische Maßnahmen im GAP-Strategieplan und im Aufbauplan genutzt werden können, um die Widerstandsfähigkeit zu stärken und die betroffenen Sektoren in der Transformation Richtung Klimaneutralität zu unterstützen.
  • Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass krisenbewusstes Handeln in den betroffenen Unternehmen kombiniert mit zeitnaher, großzügiger und gezielter öffentlicher Unterstützung die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Krise begrenzen konnte.
  • Einzelne Unternehmen, ja ganze Regionen, wurden besonders hart getroffen und werden noch in den kommenden Jahren die Folgewirkungen spüren.
  • Für nicht wenige Betriebe eröffnete die Krise neue Chancen und Absatzmöglichkeiten, die in Zukunft genutzt werden können. Das Funktionieren bzw. weniger gute Funktionieren der Krisenbewältigung hat viele Facetten. Die Unternehmen reagieren darauf indem sie konkrete Maßnahmen setzen, um ähnliche Krisen in Zukunft besser zu bewältigen. Die Stärkung der Widerstandsfähigkeit geht mit der Stärkung der Wettbewerbskraft Hand in Hand und ein gutes Ineinandergreifen der Glieder der einzelnen Wertschöpfungsketten ist dafür unerlässlich.
  • Im Zuge der wissenschaftlichen Bearbeitung wurde neue Datenquellen erschlossen, die zu einem tieferen Verständnis der Wertschöpfungsketten geführt haben. Damit ist es möglich, begleitende Monitoring-Systeme zu entwickeln, die es erlauben, besser als bisher die Funktionsweise einzelner Marktsegmente zu beobachten. Mit dem neuen GAP-Strategieplan ist es möglich, festgestellte Schwächen gezielt zu adressieren um die Cluster Agrargüter – Lebensmittel und Forstwirtschaft – Holzverarbeitung stabiler, krisenfester und somit resilienter zu machen.

 

 

Teilprojekt: Analyse der Wertschöpfungskette Forst und Holz in Österreich

In diesem Arbeitspaket wurden die Holzflüsse (der Weg des Holzes) sowie die Wertschöpfungskette analysiert und das Stimmungs-Bild in der Holzbranche erhoben.

Teilprojekt: Analyse der Wertschöpfungskette von Wildfleisch in Österreich

Aus der Jagd gewonnenes Wildbret als Lebensmittel hat in Österreich eine lange Tradition. Seit etwa 30 Jahren setzen zunehmend auch Landwirte auf den Betriebszweig Farmwild und produzieren Wildfleisch unter extensiven landwirtschaftlichen Bedingungen auf gezäunten Flächen. Dieses Wildfleisch ist ein hochwertiges „Superfood“, regional und unter ethischen Gesichtspunkten empfehlenswert. In der Vergangenheit bestehende Qualitätsprobleme bei Wildbret konnten durch strenge gesetzliche Rahmenbedingungen und eine damit einhergehenden Bewusstseinsbildung ausgeräumt werden. Importiert wird hauptsächlich, günstigeres meist neuseeländisches Wildfleisch, das qualitativ gut ist, aber in Bezug auf die Haltungsbedingungen und dem ökologischem Fußabdruck nicht den Erwartungen der Kunden...

Teilprojekt: Ausgangslage der Branchen- und Strukturentwicklung in der Gastronomie, Hotellerie und der Lebensmittelproduktion vor COVID-19 in Österreich

In dieser Untersuchung wurde erstmals in Österreich eine detaillierte Analyse von Bilanzdaten für drei wichtige Elemente der Wertschöpfungskette erstellt: Herstellung von Nahrungsmitteln ohne Futtermittel, Gaststätten sowie Hotels, Gasthöfe und Pensionen. Der Zeitraum deckt die Periode bis 2019 ab, spiegelt also die Situation vor der COVID-19-Krise wider.

Teilprojekt: Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf die österreichische Land- und Forstwirtschaft

Diese erste detaillierte Untersuchung zu den Folgen der COVID-19-Krise für einen bestimmten Sektor wurde von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik gemeinsam mit der KeyQUEST Marktforschung durchgeführt. Dafür wurden Unternehmen im Primärsektor (Land- und Forstwirtschaft) über ihre Erfahrungen während der Krise befragt (Telefoninterviews von Ende Jänner bis März 2021, 1804 Befragte, 55 % Haupterwerb, 45 % Nebenerwerb).

Teilprojekt: Die Arbeitsplatz- und Beschäftigungssituation in der Forst- und Holzwirtschaft

Die vorliegende Studie versucht die Darstellung der Wertschöpfungskette Wald und Holz hinsichtlich der aktuellen Situation der Beschäftigung, in Anlehnung an die Gliederung des Sektors in den Kernbereich sowie in Bereiche mit engen und weiteren Verflechtungen (nach Sinabell, Streicher 2020).

Über die Bewertung von Pflegerückständen, Nutzungsdefiziten sowie der Wiederbewaldung von Kalamitätsgebieten wird ein hypothetischer additiver Arbeitskräftebedarf ermittelt. In einer Darstellung wird die positive Entwicklung der Holzindustrie – mit deutlichem Anstieg der Beschäftigten – dargestellt.

Ein weiteres Kapitel widmet sich der Darstellung der Wertschöpfung und den dadurch zu erkennenden Einfluss auf die Beschäftigungssituation in der Forst- und Holzwirtschaft. Über eine repräsentative Befragung von waldstarken...

Teilprojekt: Die Betroffenheit der Lebensmittelindustrie im nationalen und internationalen Vergleich

In diesem Arbeitspakt wurden erstmals Daten der laufenden Berichterstattung über den Konjunkturverlauf herangezogen, um Aufschluss über die Entwicklung der österreichischen Lebensmittelindustrie im Vergleich zur Sachgüterindustrie in Österreich bzw. zur Lebensmittelindustrie in der EU zu gewinnen.

Teilprojekt: Die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln in Österreich

In diesem Arbeitspaket wurde untersucht, welche Bedeutung die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln für den Markt hat, welche Lieferanten es gibt und wie regional die Beschaffung ist.

Teilprojekt: Die öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln in Österreich - Qualitative Erhebung

Das „window of opportunities“ für eine nachhaltige, und damit eventuell auch regionalere, öffentliche Beschaffung von Lebensmitteln ist derzeit weit geöffnet. Um die ambitionierten Ziele des naBe-Aktionsplanes in die Praxis umzusetzen, ist der Weg der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Austausches zwischen den relevanten Stakeholdern in diesem Bereich fortzusetzen. Für die Initiative „Forum Österreich isst regional“ sollen ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung stehen, um die Koordinierungs- und Vernetzungsarbeit über einen längeren Zeitraum fortsetzen zu können.

Wie jüngste Studien aufzeigen, ist für viele Österreicher*innen die regionale Herkunft von Lebensmitteln wichtig. Diese Wertschätzung österreichischer Lebensmittel sollte...

Teilprojekt: Die regionale Nachfrage nach Vorleistungen in der österreichischen Landwirtschaft

Die SARS-CoV-2-Pandemie hat verdeutlicht, dass ein Bedarf an Informationen und Daten hinsichtlich der regionalen Verfügbarkeit und Nachfrage sowie des regionalen Bedarfs an Agrargütern und landwirtschaftlichen Vorleistungen besteht. Ziel des vorliegenden Teilprojektes ist die Erstellung eines Analysedatensatzes, welcher eine detaillierte und differenzierte Darstellung des regionalen Bedarfs nach Vorleistungen in Abhängigkeit von den jeweiligen landwirtschaftlichen Aktivitäten ermöglicht.

Wichtige Datengrundlagen dafür sind u.a. IDB-Daten (Interaktive Deckungsbeiträge), INVEKOS-Flächendaten sowie ExpertInneinschätzungen. Die Verarbeitung der Vorleistungsdaten erfolgt mithilfe des INCAP-Modells (Indexbasierte Kosten der Agrarproduktion). Wesentliche Arbeitsschritte umfassten u.a. die Zusammenführung der Definitionen landwirtschaftlicher Aktivitäten über...

Teilprojekt: Kernelemente der Nachfrage nach Getreideprodukten in Österreichs Haushalten

Das Roll-AMA-Panel ist eine in der Lebensmittelwirtschaft anerkannte und häufig genutzte Informationsquelle. Die durch Aufzeichnungen von Haushalten gewonnenen Informationen sind eine zuverlässige Quelle für die Einschätzung von Marktentwicklungen und Basis für Informationskampagnen. Der Markt für Getreideprodukte (Brot, Nudeln, Gries, …) wurde bisher nicht erfasst. Erstmals liegen durch dieses Projekt Ergebnisse zur Nachfrage von Getreideprodukten in Österreichs Haushalten vor. Diese Daten sind eine wichtige Basis für Entscheidungen in künftigen Krisenfällen.

Teilprojekt: Langfristige Perspektiven des Nahrungsverbrauchs und -angebots in Österreich

In diesem Arbeitspaket standen die langfristigen Perspektiven für das österreichische Agrar- und Ernährungssystem bis 2050 in Verbindung mit der europäischen und der globalen Entwicklung im Fokus. Dabei wird eines deutlich: Öffentliche Institutionen gewinnen angesichts der globalen Herausforderungen und der Komplexität der Probleme mehr an Bedeutung.

Teilprojekt: Regionale versus internationale Bereitstellung von Agrargütern: eine Fallstudie zur Klimabilanz

Die Klimaauswirkungen in der Rindfleischproduktion und möglichen Klimaschutzmaßnahmen standen im Mittelpunkt einer umfassenden Fallstudie. Dazu wurde ein Vergleich zwischen intensiven und extensiven Produktionssystemen in Österreich und Südamerika sowie weiteren Ländern gezogen.

Teilprojekt: Struktur der Teilmärkte der österreichischen Wertschöpfungsketten von Lebensmitteln und Holzprodukten

Das Thema des vorliegenden Berichts ist die Marktstruktur in der Wertschöpfungskette der Agrargüter und Lebensmittel und in der Holzwirtschaft in Österreich und deren Veränderung im Zeitablauf. Motiviert wird die Befassung mit diesem Thema durch die Annahme, dass auf Wettbewerbsmärkten Störungen besser zu bewältigen sind als unter den Bedingungen, die auf Märkten herrschen auf denen einzelne Unternehmen eine Sonderstellung haben und dem Wettbewerb weniger ausgesetzt sind. Mit quantitativen und qualitativen Methoden wird versucht herauszufinden, wie sich die Struktur auf verschiedenen Märkten entwickelt hat. Dabei steht nicht Marktmacht im Vordergrund, sondern eine leichter messbare Größe, nämlich die Marktkonzentration. Aus der...

Teilprojekt: Unselbständig Beschäftigte aus dem Ausland entlang der Wertschöpfungskette Agrargüter und Lebensmittel

Von den Einschränkungen durch die COVID-19-Maßnahmen im Frühjahr 2020 zu waren auch die unselbständig beschäftigen Pendlerinnen und Pendler aus dem Ausland betroffen. Etwa 16.000 sind in den Wirtschaftsbereichen entlang der Wertschöpfungskette Agrargüter und Lebensmittel beschäftigt. Mit dieser Studie wurde erstmals wissenschaftlich untersucht, welche Relevanz im Ausland lebende Arbeitskräfte in der agrarischen Produktion haben, woher die Beschäftigten kommen und welche Teile der Wertschöpfungskette besonders betroffen waren.

Teilprojekt: Zur Betroffenheit von Landwirtschaft, Lebensmittelwirtschaft und Gastronomie - Regionalökonomische Implikationen, Chancen und Herausforderungen

Für diese Teilstudie wurden unterschiedliche Akteure aus der Tourismusbranche und der Landwirtschaft in mehreren Regionen befragt.

Teilprojekt: Saisoniers und Erntehelfer*innen in der Landwirtschaft während der COVID-19-Pandemie

Im Rahmen des Projekts COVID-19 Lessons Learnt wurden im Sommer 2021 fünf österreichische Landwirtschaftsbetriebe untersucht, um Best-Practices in der Beschäftigung von migrantischen Erntearbeitskräften zu identifizieren. Die qualitativen Interviews umfassten Gruppendiskussionen mit Saisoniers und Erntehelferinnen sowie Einzelgespräche mit Betriebsleiterinnen. Die Ergebnisse wurden später im Kontext der Theorie der Anerkennung von Axel Honneth und der Theorie der Resonanz von Hartmut Rosa analysiert. Die Ausgangshypothese lautete, dass dort, wo kaum Resonanzräume und wenige Möglichkeiten zur Selbstwirksamkeit vorhanden sind (Empathie, Anerkennung, Mitbestimmung), weniger intrinsische Motivation und Loyalität dem Betrieb gegenüber bestehen und sich dies schließlich negativ auf das...

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Corona Virus

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Bild von Thanasis Papazacharias auf Pixabay

ProjektleiterIn

Markytan, Susanne Mag.

Mag. Susanne Markytan

ProjektpartnerInnen
Sinabell, Franz Priv.-Doz. DI Dr.

Priv.-Doz. DI Dr. Franz Sinabell

ProjektpartnerInnen
Dietrichgasse 27
1030 Wien
 +43 (1) 71100 - 637415

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