Forschungsprojekte

BAB 059/22: Regionale landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten

Ausgangssituation

Mit Ausbreitung der Covid-19-Pandemie im März 2020 wurden Schwächen des österreichischen bzw. globalen Wirtschaftssystems sichtbar. Es wurde daher das Forschungsprojekt COVID-19 Lessons learnt initiiert, das Evidenz schaffen soll, um die Bewältigung der Covid-19-Pandemie in der Land- und Forstwirtschaft sicherzustellen. Das Projekt Forschungsprojekt COVID-19 Lessons learnt bestand aus 16 Teilprojekten wovon 14 bereits abgeschlossen wurden. Das Teilprojekt regionale landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten wird nun als eigenständiges Forschungsprojekt der BAB weitergeführt.

An der BAB wurden 2018 die Mengenflüsse von wichtigen Marktfrüchten im Detail erfasst und übersichtlich dargestellt. Dabei handelt es sich um Getreide (einschließlich Mais). Für die wichtigsten Handelsfrüchte und tierischen Produkte gibt es derzeit keine vergleichbaren Darstellungen.

Ein wichtiger Schritt, um die Versorgungslage ausreichend zu beschreiben ist, die wichtigsten weiteren Agrargüter zu erfassen. Dabei geht es darum, die wesentlichen Verarbeitungsschritte hinsichtlich ihrer Menge darzustellen. Es ist nicht möglich, alle Produkte in diesem Schema im Detail abzubilden. Die Auswahl der landwirtschaftlichen Aktivitäten wird hinsichtlich der Bedeutung für die menschliche Ernährung getroffen.

Futter für Nutztiere ist der wichtigste und vom Wert her bedeutendste Input für die Landwirtschaft in Österreich. Viele landwirtschaftliche Güter werden teilweise auch als Futter entweder unmittelbar am Betrieb oder über Handelsströme zwischen landwirtschaftlichen Betrieben oder über eine zusätzliche Verarbeitungsstufe in der Futtermittelwirtschaft bereitgestellt. Die Futtermittelbilanz gibt Aufschluss über die wichtigsten Mengen, aber nicht über die Glieder der Wertschöpfungskette, die diese bereitstellen. Im Forschungsprojekt der BAB zur Futtermittelbilanz soll diese Wissenslücke geschlossen werden.

Im Zuge des vorliegenden Arbeitspaketes soll nicht nur der Mengenfluss dargestellt, es soll auch die Wertschöpfungskette aus dem monetären Blickwinkel betrachtet werden. Dazu werden bisher nicht genutzte Statistiken wie die Aufkommens- und Verwendungstabellen oder die Abgestimmte Erwerbsstatistik und Arbeitsstättenzählung herangezogen. In diesem Ergänzungsmodul wird – soweit es möglich ist – die mengenmäßige Darstellung ergänzt um die wertmäßige.

Zielsetzung

  • Aktualisierung bereits bestehender Mengenflüsse von Agrargütern in Österreich.
  • Ergänzung um weitere Mengenflüsse pflanzlicher und tierischer Produkte gemäß ihrer Bedeutung für die menschliche Ernährung.
  • Ergänzung der mengenmäßigen Erfassung um die wertmäßige Darstellung, nach Möglichkeit entlang der gleichen Glieder wie in der mengenmäßigen Darstellung.
  • Fertigstellung eines Analysedatensatzes für das gesamte Bundesgebiet.
  • Entwicklung eines Konzeptes für die regionalisierte Erfassung der Mengen- und Wertflüsse von Agrarprodukten in Österreich.

Arbeitsschritte

  1. Ausarbeitung des Forschungskonzepts und Methodenauswahl

In diesem Arbeitsschritt werden die Konzepte der Mengenflüsse von Agrargütern und jene der Wertschöpfungskette gegenübergestellt und es wird nach Übereinstimmungen und Abweichungen gesucht. In einem Folgeschritt werden Methoden ausgearbeitet, um eine bestmögliche Deckung von Mengenfluss und Wertschöpfungskette zu erreichen.

  1. Ergänzung der bestehenden Mengenflussberechnungen um weitere agrarische Güter

Derzeit liegen nicht für alle Agrargüter Mengenflüsse vor, und jene, die vorliegen, müssen aktualisiert werden. Gemäß einer im Arbeitsschritt 1 festgelegten Prioritätenreihung werden für weitere Agrargüter Mengenflüsse ermittelt. Im Zuge der Darstellung werden Bezüge hergestellt zu parallel laufenden Analysen der Futtermittelbilanzen und zur Wertschöpfungskette landwirtschaftlicher Produkte.

  1. Fertigstellung eines Datensatzes, in dem Mengenflüsse – einschließlich Futterpflanzen – gemeinsam mit Angaben zur Wertschöpfungskette integriert sind

In diesem Arbeitsschritt werden die teilweise parallel laufenden Arbeiten zu Mengenflüssen von Agrargütern, der Verwendung von Futtermitteln und der Analyse der Wertschöpfungskette integriert. Das Ergebnis ist ein nach Mengen und Werten differenziertes Abbild der Wertschöpfungskette von Agrargütern / Lebensmitteln in Österreich. Es umfasst die für die Ernährung wichtigsten, nicht jedoch alle Agrargüter.

  1. Erstellung eines Prototypens für die regionale Analyse

Da bisherige Arbeiten lediglich Analysen zu ausgewählten Agrargütern (Getreide) und Futtermitteln auf Bundesebene umfassen, ist die Erweiterung in Richtung regionale Analyse ein wichtiger Schritt. Dazu werden die vorliegenden Datenquellen entsprechend geprüft und ausgewertet, um regionale Analysen vorzubereiten. Anhand eines Prototyps, in dem die Arbeitsschritte skizziert werden, wird dies in diesem Arbeitsschritt vollzogen.

  1. Dokumentation der Arbeit und Ausarbeiten von Schlussfolgerungen und Empfehlungen für politische Entscheidungsträger:innen

In diesem Arbeitsschritt werden die Outputs erstellt. Dabei handelt es sich um Methoden, in Computercode festgehaltenen Routinen und um standardisierte Datenprodukte, die mit geringem Aufwand aktualisiert werden können. Schlussfolgerungen und Empfehlungen ergänzen diese Ergebnisse.

Geplante Outputs

  • Eine Weiterentwicklung der Mengenflüsse von agrarischen Produkten.
  • Integration der Futtermittelbilanzen und der ökonomischen Kennzahlen zur Wertschöpfungskette von Agrargütern und Lebensmitteln.
  • Bereitstellung der Ergebnisse als Datensatz.
  • Ein Executive Summary (Dokument) und ein Foliensatz mit den zentralen Ergebnissen und Handlungsempfehlungen – Zielgruppe Auftraggeber:innen und am Prozess beteiligte Personen.

Durchgeführte Arbeiten 2021

  • Keine Projektspezifischen, da die erforderlichen Daten für eine regionale Futtermittelbilanzierung seitens der Agrar Markt Austria aufgrund von Datenschutzbedenken nicht an die BAB übermittelt wurden.
  • Vorarbeiten für die rechtlichen Grundlagen zur Übermittlung der Daten an die BAB (z.B. AgrarMarktTransparenz-Verordnung sowie MarktOrdnungsGesetz).

Geplante Arbeiten 2022

Sofern die notwendigen Daten bereitgestellt werden, Umsetzung der Projektziele sowie Projektabschluss.

Zeitplan

Projektbeginn: März 2020
Projektende: Ende 2022

Weizen

Weizen

Pixabay

ProjektleiterIn

Team

DOPPELREITER, Sebastian

DI B.Sc. Sebastian Doppelreiter

Agrarökonomie und Datenmanagement
GAHLEITNER, Gerhard

DI Gerhard GAHLEITNER

Agrarökonomie und Datenmanagement
HAMBRUSCH, Josef

DI Dipl.-Päd. Ing. Josef HAMBRUSCH

Agrarökonomie und Datenmanagement
HEINSCHINK, Karin

Mag.a PhD Karin HEINSCHINK

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
MARIA, Richard

B.Sc. Richard MARIA

Agrarökonomie und Datenmanagement
STELZER, Christoph

DI B.Sc. Christoph STELZER

Agrarökonomie und Datenmanagement
WEIGL, Martin

DI Martin WEIGL

Agrarökonomie und Datenmanagement
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