Forschungsprojekte

  • Home /
  • Forschungsprojekte /
  • BAB 051/22: Projekt ÖKO-SCHU-WA Regional- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Schutzwälder in Österreich

  • Home /
  • Forschungsprojekte /
  • BAB 051/22: Projekt ÖKO-SCHU-WA Regional- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Schutzwälder in Österreich

BAB 051/22: Projekt ÖKO-SCHU-WA Regional- und volkswirtschaftliche Bedeutung der Schutzwälder in Österreich

Projektleitung: Alexandra Freudenschuss, Peter Mayer (BWF – Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft

Das Projekt WF-Projekt ÖKO-SCHU-WA wurde am 8.2.2022 vom BFW ersteingereicht. Die BAB übernimmt in einem Teilprojekt die Bearbeitung sozialwissenschaftlicher Fragestellungen im Rahmen des Gesamtprojekts.

Ausgangssituation

Naturgefahren sind eine bedeutende Ursache für die Bedrohung von Leben, Lebensqualität und Wohlbefinden. Zudem können sie die Regionalwirtschaft und damit die Volkswirtschaft maßgeblich negativ beeinflussen. Über die wirtschaftlichen Folgen von Naturgefahren und den Nutzen von Vorsorgemaßnahmen liegen in Österreich gute Befunde im Hinblick auf Lawinen, Wildbachereignisse und Hochwasser vor. In diesem Forschungsprojekt wird das Augenmerk auf die Bedeutung der Abwehr von Naturgefahren durch Schutzwälder gelenkt. Vorliegende Datenlage deutet darauf hin, dass die Schutzwirkung der Wälder im Lauf der letzten Jahrzehnte nicht überall den angestrebten Zielzustand erreicht hat. In vielen geschützten Zonen hat die wirtschaftliche Dynamik teilweise stark zugenommen und somit auch die Vulnerabilität. Die wirtschaftlichen Implikationen davon sind derzeit nur ungenügend bekannt. Mangelnde Kenntnis kann zu nicht adäquatem Handeln und Unterlassen von Pflegemaßnahmen oder zu fehlender Bereitschaft zur Leistung von Kompensationen folgen.

Zielsetzung

Das zentrale Ziel des Projektes ist, die wirtschaftliche Bedeutung der Ökosystemleistungen der Schutzwälder in Österreich im Hinblick auf ihre Wirkung zur Schadenabwehr bzw. Schadenminderung zu bewerten und Möglichkeiten auszuloten, um diese Wirkungen weiterhin zu erhalten bzw. zu verbessern und auszuweiten. Dazu ist es nötig, in mehreren Arbeitsschritten Evidenz zu schaffen, und zwar auf verschiedenen Ebenen mit den Methoden verschiedener Disziplinen. Dazu werden die folgenden Teilziele angestrebt:

  • AP 1 Zustandsanalyse: Quantifizierung vom Ausmaß der potenziellen Betroffenheit, einer fehlenden oder mangelhafter Schutzwirkung durch Wälder für Siedlungen, Beschäftigung und Wertschöpfung und Identifikation jener Regionen, die besonders betroffen sind.
  • AP 2 Impact Analyse Value at Risk: Bestimmung der regional- und volkswirtschaftlichen Konsequenzen für den Fall einer verminderten Schutzwirkung in einem Szenario des Nicht-Handelns, also des Zulassens der (weiteren) Degradation der Schutzwälder.
  • AP 3 Impact-Analyse Zustandsverbesserung: Identifikation der regional- und volkswirtschaftlichen Konsequenzen, wenn es zu einer Sicherung der Schutzwirkung durch die Verbesserung des Zustands der Schutzwälder und einer nachhaltigen Gewährleistung der Schutzwirkung kommt.
  • AP 4 Optimale Bewirtschaftung lokaler öffentlicher Güter: Auslotung und Identifikation der Voraussetzungen für die optimale Bereitstellung lokaler öffentlicher Güter und ihrer Relevanz für die Bewirtschaftung von Schutzwäldern in Österreich.
  • AP 5 Empirische Erhebung: Ergründung jener Hemmnisse und Erfolgsfaktoren, die eine optimale Bereitstellung des Schutzes durch Wälder erschweren bzw. erleichtern in betroffenen Regionen auf der Grundlage von regionalen Fallstudien in Österreich.
  • AP 6 Schlussfolgerungen: Konkrete Vorschläge für neue Optionen zum optimierten Einsatz von forstpolitischen Instrumenten und von Maßnahmen zum Management von Naturgefahren für Schutzwälder.

Die BAB wird im Arbeitspaket 5 mitwirken und in vier Fallregionen in vier verschiedenen Bundesländern anhand sozialwissenschaftlicher Methoden die Akteur:innen und Netzwerke im Umfeld von Schutzwäldern, deren Interessen, Machtstrukturen und Handlungsoptionen analysieren sowie Maßnahmen identifizieren, die ergriffen werden könnten, um den Erhaltungszustand und die Wirkung von Schutzwäldern zu verbessern. Aus den Ergebnissen ergeben sich in konkreten räumlichen Kontexten neue Informationslagen, die Betroffene vor neue Herausforderungen stellen. Gemeinsam mit ihnen soll ausgelotet werden, ob bzw. inwieweit die in der Literatur identifizierten Lösungszugänge zur Optimierung der Schutzwirkung im jeweiligen regionalen und soziokulturellen Kontext führen können.

Arbeiten 2022

  • Literaturstudium, Informationsrecherche
  • Qualitative Interviews mit Stakeholdern in vier Studienregionen
  • Transkription der tonbandgestützten Interviews

Arbeiten 2023

  • Analyse der Interviews mittels des computergestützten qualitativen Daten- und Textanalyse-Instruments MaxQDA
  • Auswertung und Interpretation der Ergebnisse
  • Diskussion der Ergebnisse mit den Projektpartner:innen und Stakeholdern
  • Dokumentation, Publikation

Zeitplan

Projektbeginn: 1. März 2022
Projektende: 30. Juni 2024

Wald

Wald

Straundl | Pixabay

ProjektleiterIn

WIESINGER, Georg

DI Dr. Georg WIESINGER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Team

EGARTNER, Sigrid

MMag.a Sigrid EGARTNER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
GRUENEIS, Heidelinde

DI.in Dr.in Heidelinde GRUENEIS

Agrar-, Umwelt- und Ernährungssysteme
OEDL-WIESER, Theresia

Mag.a DI.in Dr.in Theresia OEDL-Wieser

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
laufend
Dietrichgasse 27
1030 Wien
 +43 (1) 71100 - 637415

© 2022 bab.gv.at. Alle Rechte vorbehalten