Forschungsprojekte

BAB 006/98: Internationale Betriebsvergleiche: IFCN und agri-benchmark

Ausgangssituation

Die zunehmende Vernetzung von Märkten bedingt einen erhöhten Informationsbedarf, beispielsweise bei der Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben und Standorten verschiedener Regionen. Aufgrund der unterschiedlichen Definitionen von Kennzahlen und der angewendeten Methoden lassen sich internationale Kalkulationen aber oft nicht oder nur schwer miteinander vergleichen. Zu diesem Zweck wurden internationale Netzwerke gegründet, bei denen mit Hilfe der engen Zusammenarbeit Expert:innen aus den Bereichen Wissenschaft, Beratung und Praxis internationale Daten und Informationen vergleich- und bewertbar gemacht werden sollen.

Zielsetzung

Ziel in diesem Projekt ist es, Daten für den Betriebsvergleich bereit zu stellen, die Ergebnisse im internationalen Kontext zu diskutieren sowie bei der methodischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Konzepte der beiden internationalen Netzwerke IFCN (International Farm Comparison Network) und agri-benchmark (für Marktfrüchte/cash crops) mitzuwirken. Das bedeutet u.a. österreichspezifische Daten entsprechend den Vorgaben zu erheben, zu plausibilisieren und bereitzustellen. In Folge sollen die vorhandenen Datenquellen für eigene wissenschaftliche Arbeiten, etwa im Rahmen von Produktionskostenvergleichen, genutzt werden. Zudem haben der fachliche Austausch und die Weiterbildung zu verschiedenen fachlichen Themen in Form von Online-Workshops an Bedeutung gewonnen.

Stand des Projektes

Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen ist seit einigen Jahren Teil des IFCN-Netzwerkes für die Milchproduktion und war damit im Jahr 2021 eines von mehr als 40 wissenschaftlichen Partnerinstituten. Auch 2021 wurde auf ausgewählten Milchviehbetrieben mittels eines standardisierten Fragebogens eine Datenerhebung, Covid-19 bedingt online, durchgeführt und mit Fachberater:innen plausibilisiert und diskutiert. Die Auswertung der übermittelten Daten erfolgte einheitlich durch die IFCN-Zentralstelle mit Hilfe des Betriebsmodells TIPI-CAL. Zudem übermittelt das IFCN-Netzwerk jedes Jahr einen Fragebogen hinsichtlich der Entwicklung wichtiger sektorspezifischer Daten, den es auszufüllen gilt. Die Auswertungsergebnisse wurden auch im Rahmen der IFCN-Jahrestagung in Berlin besprochen und stellen die Grundlage des jährlich erscheinenden IFCN-Dairy-Reports dar. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde die Jahrestagung am 15. September 2021 als Onlinetagung abgehalten, wobei die Tagung dem Thema „Digital Dairy: How to design the future dairy world?“ gewidmet war.

Im Rahmen des agri-benchmark-Netzwerks unter der Leitung des Thünen-Instituts wurden auch 2021 wieder Daten für einen typischen Betrieb im Trockengebiet Österreichs erhoben. Dabei galt es sowohl hinsichtlich des Auswahlprozesses der typischen Betriebe als auch der zu erhebenden Kennzahlen den Vorgaben des Netzwerkes zu entsprechen. Zur einheitlichen Datensammlung stellt das Thünen Institut ein auf MS-Access basiertes Programm zur Verfügung. Aufgrund der Covid-19 bedingten Einschränkungen konnten 2021 keine Betriebsbesuche erfolgen, stattdessen wurde auf dem typischen Betrieb des Vorjahrs aufgebaut und die Daten aktualisiert bzw. mit Offizialstatistiken abgeglichen. Nach einer Plausibilitätsprüfung der Ergebnisse folgt im Frühjahr 2021 die Übermittlung und Einpflegung der Daten in die Datenbank des Netzwerks. Die Jahrestagung fand online zwischen dem 15. und 22. Juni statt. Neben den Auswertungsergebnissen des Netzwerkes standen auch die strategischen Herausforderungen der globalen Marktfruchtproduktion im Mittelpunkt der Diskussion.

Arbeiten 2022

Für 2022 ist im Rahmen des IFCN-Netzwerks wieder die Erhebung von Betriebsdaten auf ausgewählten Betrieben geplant. Diese Daten werden im 1. Quartal erhoben, mit Berater:innen abgestimmt sowie plausibilisiert und in den Datenpool des Netzwerkes eingepflegt. Auch ist für 2022 die Teilnahme an der jährlichen IFCN-Tagung geplant, wobei noch nicht absehbar ist, ob diese als Präsenzveranstaltung abgehalten werden kann. Auch soll das Angebot der Teilnahme an Workshops verstärkt genutzt werden.

Bezüglich des agri-benchmark-Netzwerks ist angedacht, zusätzlich zu dem Betrieb im Trockengebiet auch einen Betrieb für Feuchtgebiet zu definieren, Daten zu erheben und in die gemeinsame Datenbank einzupflegen. Aufgrund von der Covid-19-Pandemie wurde dieses Vorhaben um ein Jahr verschoben. Ziel ist es auch, die Netzwerkdaten für verschieden Analysen zu nutzen und Fachartikel zu publizieren. Auch hier ist wiederum die Teilnahme an der Jahreskonferenz, aber auch an fachspezifischen Workshops geplant.

ProjektleiterIn

HAMBRUSCH, Josef

DI Dipl.-Päd. Ing. Josef HAMBRUSCH

Agrarökonomie und Datenmanagement

Team

GAHLEITNER, Gerhard

DI Gerhard GAHLEITNER

Agrarökonomie und Datenmanagement
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