Forschungsprojekte

BF 142/15: Soziale Landwirtschaft und Sozialkapital in ländlichen Regionen

In den letzten Jahren lässt sich ein zunehmender Bedeutungsgewinn von unter dem Schlagwort Green Care und Soziale Landwirtschaft zusammengefassten Maßnahmen beobachten. Das besondere Setting des Arbeits- und Sozialsystems auf einem landwirtschaftlichen Betrieb ermöglichen viele sinnvolle Aktivitäten und soziale Interaktionen, die nicht nur einem weiten Personenkreis an KlientInnen eine neue Lebensqualität eröffnen, sondern auch neue Beschäftigungsfelder und Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe und vielfachen Nutzen für die Gesellschaft insgesamt. Das nunmehr abgeschlossene Forschungsprojekt „Soziale Landwirtschaft in Österreich, Südtirol und Trentino (BF 132/11)“ hatte eine grundlegende Strukturanalyse und begriffliche Abgrenzung und systematische Dokumentation der Soziale Landwirtschaft, sowie die agrarstrukturelle Bedeutung dieser sozialen Dienstleistungen im Vergleich zur gesamten Land- und Forstwirtschaft Österreich zum Thema. Die Ergebnisse dieses gemeinsamen Forschungsvorhabens der Bundesanstalt für Bergbauernfragen, Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Europäische Akademie Bozen wurden im Forschungsbericht Nr. 66 der Bundesanstalt für Bergbauernfragen publiziert. Unter anderem zeigte sich, dass für eine erfolgreiche Umsetzung von Projekten im Bereich der Sozialen Landwirtschaft das soziale Umfeld und die gesellschaftliche Akzeptanz eine große Rolle spielen. Vielfach scheitern auch die am besten konzipierten Projekte daran, dass sie am falschen Ort, zum falschen Zeitpunkt oder unter ungünstigen regionalpolitischen Rahmenbedingungen initiiert werden.

Mit dem gegenständlichen Projekt wurden aufbauend auf den in der Strukturanalyse gewonnenen Ergebnissen der Zusammenhang zwischen den Betrieben der Sozialen Landwirtschaft und dem sozioökonomischen Umfeld in drei unterschiedlichen Pilotgemeinden analysiert. Als Theorie-Hintergrund diente dabei der von Bourdieu (1980), Coleman (1988), Putnam (1993, 1995) und Woolcock (1998) entwickelte Sozialkapitalbegriff. Unter Sozialkapital versteht man eine Ressource, die aus der regelmäßigen Interaktion von Individuen und Gruppen entsteht und Netzwerke gegenseitiger Unterstützung, Vertrauen, gesellschaftliche Normen und Verständnis generiert. Soziale Landwirtschaft kann das lokale Sozialkapital durch Vernetzungs- und Integrationsleitungen maßgeblich erhöhen. Einerseits können Klienten in die lokalen bzw. regionalen Netzwerke integriert werden, andererseits kann die lokale Bevölkerung auf unterschiedlichste Weise durch das Vorhandensein entsprechender Einrichtungen profitieren.

Im Forschungsvorhaben wurden die Schnittstellen zwischen den Sozialen Landwirtschaften und dem lokalen Sozialkapital in Hinblick auf das Entstehen neuer Netzwerke und sozialer Strukturen und den Einfluss auf die Zivilgesellschaft analysiert.

Im Jahr 2017 wurde der Forschungsbericht "Gute Konzepte am richtigen Ort? Soziale Landwirtschaft und Sozialkapital in ländlichen Regionen" fertiggestellt.

Die Studie wurde auch über Fachartikel, Konferenzen und Vorträge einer breiten Öffentlichkeit aus Wissenschaft und Praxis vorgestellt.

ProjektleiterIn

WIESINGER, Georg

DI Dr. Georg WIESINGER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Team

EGARTNER, Sigrid

MMag.a Sigrid EGARTNER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
TAMME, Oliver

M.Sc. Oliver TAMME

Berggebietsforschung und Regionalentwicklung
abgeschlossen
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