Die Organisation für „Economic Cooperation and Development“ (OECD) fördert die wirtschaftspolitische Zusammenarbeit (u.a. statistische Analysen, Prognosen, Strategieentwicklung) von derzeit 38 Mitgliedstaaten aus Europa, Nord- und Südamerika sowie dem asiatisch-pazifischen Raum; darüber hinaus arbeitet sie mit einer Reihe von Partnerländern zusammen. Die OECD beschäftigt sich mit einer Vielzahl von Politikfeldern, die mit der wirtschaftlichen Entwicklung in engem Zusammenhang stehen. Die Analysen werden in zahlreichen Ausschüssen mit Vertreter:innen der Mitgliedstaaten diskutiert und schlussendlich Empfehlungen abgeleitet. Im Landwirtschaftsbereich sind vor allem das Landwirtschaftskomitee (COAG) als übergeordnetes Gremium und die Working Party Agricultural Policies and Markets, die Joint Working Party on Agriculture and Trade und die Joint Working Party Agriculture and Environment tätig.
Je nach Fachbereich unterstützt die BAB die Fachabteilung des BMLUK als österreichische Vertretung in unterschiedlichen Fachgremien (z.B. Arbeitsgruppe APM – Working Party on Agricultural Policies and Markets) oder tritt selbst als Vertretung Österreichs in diesen Arbeitsgruppen auf (Arbeitsgruppe JWPAE - Joint Working Party on Agriculture and the Environment, Arbeitsgruppe WPRUR – Working Party on Rural Policy, Arbeitsgruppe WPTI – Working Party on Territorial Indicators). Im Rahmen des ministeriellen Handelsmandates der OECD werden in der Arbeitsgruppe APM die Auswirkungen politischer Maßnahmen im Landwirtschafts- und Ernährungsbereich auf die Erzeuger:innen, Verbraucher:innen, Steuerzahler:innen und die Umwelt berechnet.
Zielsetzung
Ziel des Projektes ist einerseits
- die Aufbereitung und Bereitstellung von spezifischen Daten (z.B. öffentliche Zahlungen, Regionalstatistiken) entsprechend den Vorgaben der OECD und WTO sowie andererseits
- die Unterstützung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft (BML) in den betreffenden Arbeitsgruppen der OECD in Form von Expertisen und Stellungnahmen, die Vertretung Österreichs in bestimmten Arbeitsgruppen als auch die Unterstützung des Wissensaustausches zwischen BML und OECD.
Stand des Projektes
2025 wurden Daten zu den öffentlichen Zahlungen und der Regionalstatistik für die OECD Regional Database aufbereitet und an die OECD bzw. Europäische Kommission (WTO-Daten) übermittelt. Zudem wurden je nach Arbeitsgruppe Arbeitspapiere gesichtet und Stellungnahmen verfasst (z.B. Monitoring & Evaluation Report), Expertisen in Abstimmung mit dem BMLUK verfasst, koordiniert und bei den Arbeitsgruppen-Sitzungen als Diskussionsbeiträge eingebracht. Einen zentralen Teil der Arbeiten 2025 stellte die Teilnahme an unterschiedlichen Veranstaltungen der OECD (z.B. Webinare des OECD Centres for Entrepreneurship, SMEs, Regions and Cities) dar.
Die Delegierten der JWPAE haben die OECD bei der Aktualisierung der OECD-Datenbank zu Politikinstrumenten und Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels in den AFOLU-Sektoren unterstützt. Im Rahmen der 58. Session der JWPAE wurde ein Tagesordnungspunkt der Biolandwirtschaft gewidmet (Item 13. “Special Session: Examining evidence on the environmental impacts of organic agriculture”) und die Delegierten der JWPAE waren an der Organisation des österreichischen Beitrages (durch FiBL Österreich) beteiligt. Darüber hinaus nahmen die Delegierten zur JWPAE an Veranstaltungen der OECD und ihrer Netzwerke teil (z.B. an der Veranstaltungreihe zur Messung von Treibhausgasen auf landwirtschaftlichen Betrieben).
Martin Schönhart wurde als Experte für die OECD - „Expert Group on methods and tools for farm-level GHG measurement" nominiert.
Vom 19.-20. Mai 2025 fand das 5. ministerielle Treffen der Regional Development Policy Committees in Warschau, Polent statt bei dem sich Minister und hochrangige Vertreter der OECD Länder trafen um über Strategien zur Stärkung der Resilienz, der Kohäsion und des Wohlbefindens auf regionaler Ebene zu beraten. Im Grundlagenpapier „Strengthening Regional Policy for Resilient Places“ wurden die Hintergrundinformationen zur Diskussion zusammengestellt, die auf zentralen Papieren der Arbeitsgruppe WPRUR basieren. Dabei wurde die zentrale Rolle einer ortsbezogenen („place-based“) Regionalentwicklungspolitik hervorgehoben.
In der WPTI wurde 2025 die jährliche Sammlung der österreichischen Daten für die OECD Regional Database koordiniert – welche unter anderem in der Publikation „OECD Regions and Cities at a Glance 2024“ sowie dem neu veröffentlichten „OECD Local Data Portal“ visualisiert und analysiert werden. Zum Entwurf der zweijährlich erscheinenden Publikation „OECD Regions and Cities at a Glance“ wurden fachliche nationale Stellungnahmen erarbeitet und an die OECD übermittelt.
Arbeiten 2026
Arbeitsgruppe Working Party on Agricultural policies and Markets (WPAPM):
Das von der OECD verwendete Erzeugerstützungsmaß (PSE) ist ein Indikator für den jährlichen Geldwert, der auf der Erzeugerstufe gemessenen Bruttotransferzahlungen an die landwirtschaftlichen Erzeuger:innen (Agrarstützungsmaß). Die Messgröße beruht auf einem Konsens der OECD-Mitgliedsländer und wird in regelmäßigen Zeitabständen auf Ebene der Mitgliedsländer berechnet. Dazu bedarf die OECD auch 2026 der Daten aus den Mitgliedsländern. Die BA für Agrarwirtschaft und Bergbauerfragen unterstützt das BMLUK bei dieser Aufgabe, indem sie die Förderdaten des Bundes und der Länder für das Jahr 2025 aktualisiert, aufbereitet, entsprechend der jeweiligen Klassifikationen zuteilt und ans BMLUK übermittelt. Weiters liefert die BA auch wieder eine deskriptive Beschreibung der wichtigsten agrarpolitischen Entwicklungen des Jahres 2025. Sowohl die übermittelten Daten als auch die Beschreibung sind Grundlage für die Erstellung des jährlichen „Agricultural Policy Monitoring and Evaluation Reports“ der OECD. Zudem erfolgt die Mitarbeit im Rahmen der WPAPM. Dazu werden nach Bedarf von der Fachabteilung des BMLUK Arbeitsdokumente zur Durchsicht und Stellungnahme an die Bundesanstalt übermittelt. Gelegentlich wird auch eine Teilnahme an Arbeitsgruppentreffen oder eine Mitarbeit an Studien der OECD zu spezifischen Themen notwendig sein. Nach Maßgabe ihres Bedarfs holt das BMLUK auch Stellungnahmen und Expertisen der BAB zu WTO-relevanten Themen ein.
Arbeitsgruppe Joint Working Party on Agriculture and the Environment (JWPAE):
Im Jahr 2026 werden die Delegierten der BAB an den Arbeitsgruppentreffen teilnehmen (geplant sind zwei jährliche Treffen, darüber hinaus gibt es bedarfsabhängige ad hoc Sitzungen). Abhängig von den geplanten Inhalten der Treffen und den vorliegenden Dokumenten werden eigene Stellungnahmen verfasst oder Stellungnahmen mit dem BMLUK koordiniert und an die OECD weitergeleitet. Die im Anschluss an die Sitzungen von den Delegierten der BAB verfassten Protokolle werden an das BMLUK und das BMEIA (Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten) übermittelt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich im Rahmen von weiteren OECD-Netzwerken auszutauschen und an Seminaren und Workshops der OECD teilzunehmen.
Arbeitsgruppen Working Party on Rural Policy (WPRUR) und Working Party on Territorial Indicators (WPTI)
Die Arbeitsgruppen WPRUR und WPTI werden im Rahmen des Regional Development Policy Committees (RDPC) abgehalten und verfolgen auch 2026 das Ziel, die Diskussion und Umsetzung von integrierten und ortsbezogenen („place-based“) Politikmaßnahmen in ländlichen Regionen zu unterstützen. In der Arbeitsgruppe WPRUR stehen dabei die Stärkung von Politikmaßnahmen zur Entwicklung der ländlichen Regionen insbesondere im Bereich der verbesserten Lebensbedingungen in ländlichen Regionen, die Rolle von sozialen Innovationen und der Definition der funktionalen Regionen im Vordergrund, die darauf abzielen, die Lebensqualität/ das Wohlergehen in ländlichen Regionen zu verbessern. Die Arbeitsgruppe WPTI führt statistische Arbeiten zur Messung der umfassender regionaler Indikatoren durch und unterstützt die politische Analyse und Bewertung durch subnationale Statistiken. Für 2026 ist die Teilnahme an und die Mitarbeit in den beiden regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppensitzungen geplant. Zu den Aufgaben zählen unter anderem die Übermittlung der Berichte aus den OECD-Arbeitsgruppen an nationale Verantwortliche, insbesondere an die österreichischen Delegierten des RDCPs sowie die Meldung von Daten auf differenzierter räumlicher Ebene für die OECD Regional Database. Die BAB koordiniert die jährliche Datensammlung bzw. Aktualisierung regionaler Indikatoren und übermittelt diese an die OECD, wo sie Eingang finden in Analysen und Visualisierungen (z.B. Atlas of Regions and Cities, Regional Outlook, Local Data Portal).