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AB016: GAP-Reform 2003: Auswirkungen auf landwirtschaftliche Betriebe in Österreich

Leopold Kirner

Am 26. Juni 2003 beschlossen die EU-Landwirtschaftsminister die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). Zu den wichtigsten Elementen der GAP-Reform zählen die Einführung einer einheitlichen Betriebsprämie, die Reduktion der Direktzahlungen zur Finanzierung von Maßnahmen der ländlichen Entwicklung (Modulation) und die Verknüpfung von Direktzahlungen an Standards für den Umweltschutz, die Lebensmittelsicherheit und den Tierschutz (cross-compliance). Der vorliegende Beitrag analysiert die möglichen Auswirkungen dieser Reform auf österreichische Landwirtschaftsbetriebe und prüft verschiedene Szenarien der Betriebsentwicklung auf ihre Wirtschaftlichkeit unter den geänderten Rahmenbedingungen. Anhand von Modellrechnungen mittels linearer Planungsrechnung wird der Gesamtdeckungsbeitrag vor und nach Umsetzung der GAP-Reform ermittelt und gegenüber gestellt. Die untersuchten neun Betriebstypen decken wichtige Betriebsgrößen und Produktionssysteme in Österreich ab. Ohne spezielle Anpassungsmaßnahmen errechnet sich in allen Betriebstypen ein etwas geringerer Gesamtdeckungsbeitrag nach Umsetzung der GAP-Reform, vor allen wegen Preissenkungen und der Modulation der Prämien. Der Rückgang des Gesamtdeckungsbeitrags beläuft sich je nach Betriebstyp zwischen 0,7 % und 3,6 %. Auch die Wirtschaftlichkeit der Produktionsausweitung sinkt, insbesondere durch die Entkoppelung der Prämien. Verschiedene Maßnahmen in der Betriebsführung (Verbesserung der Produktionstechnik und/oder Produktionsausweitung) können einen Großteil dieser Einbußen kompensieren. Aufgrund der Neuorientierung des Systems der Direktzahlungen eröffnen sich in manchen Fällen neue Perspektiven in der Betriebsentwicklung. Bauern und Bäuerinnen sollten sich rasch an die geänderten Rahmenbedingungen anpassen und stärker an die Erfordernisse der Märkte, der KonsumentInnen sowie an den Umwelt- und Tierschutz ausrichten. Zusätzliche Geldmittel für Programme der ländlichen Entwicklung sollten zudem die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit österreichischer Betriebe stärken.

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