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AB026: Strategien zur Betriebsentwicklung nach Umsetzung der GAP-Reform 2003

Befragung von Bauern und Bäuerinnen mit Milchkuh-, Mutterkuh- und Marktfruchtbetrieben

Leopold Kirner, Monika Krammer

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) wurde im Jahr 2003 grundlegend reformiert. Ziel der Studie war eine Evaluierung der Maßnahmen der GAP-Reform aus Sicht der Bauern und Bäuerinnen sowie deren Einschätzungen für die künftige Entwicklung ihrer Betriebe auf der Grundlage der geänderten Rahmenbedingungen. Neben den Zielen der Betriebsentwicklung erkundet die vorliegende Arbeit die Strategien der BetriebsleiterInnen sowie erforderliche Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit ihrer Betriebe. Zur Gewinnung der gewünschten Informationen wurden im März 2007 3.500 Fragebögen an Betriebe mit Milchvieh- und Mutterkuhhaltung sowie Marktfruchtbau versendet. Die Auswertung stützte sich auf 505 Milchviehbetriebe, 305 Mutterkuhbetriebe und 304 Marktfruchtbetriebe. Einig waren sich die Befragten, dass durch die GAP-Reform 2003 der bürokratische Aufwand weiter zunahm. Ein Großteil der Befragten äußerte auch einen Rückgang des Einkommens in der Landwirtschaft, ausgelöst durch die Reform. Als wichtigstes Betriebsziel wurde die Erhaltung und Weiterführung des Betriebs, gefolgt von der Verbesserung der Lebensqualität, eingeschätzt. Die Ausdehnung der Produktion verfolgten 17% (Mutterkuhbetriebe), 23% (Milchviehbetriebe) und 31% (Marktfruchtbetriebe) der BetriebsleiterInnen. Der Großteil der Bauern und Bäuerinnen wollte die Produktionsmenge in den nächsten Jahren auf etwa gleichem Niveau belassen. Die Befragten aller Betriebsformen wünschten sich als wichtigste Maßnahme zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit ihres Betriebs stabile Rahmenbedingungen in der Agrarpolitik. Die Vorstellungen über mögliche Verteilungsschlüssel von Direktzahlungen in der Zukunft unterschieden sich zwischen Milch- und Mutterkuhbetrieben einerseits und Marktfruchtbetrieben andererseits. Aus der Befragungsstudie lässt sich unter anderem ableiten, dass Bauern und Bäuerinnen die Folgen der GAP-Reform kritisch beurteilen, außerökonomische Ziele bei der Betriebführung als eminent wichtig einstufen und der Strukturwandel und die Spezialisierung in der österreichischen Landwirtschaft weiter voranschreiten.

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