Am 11.3.2026 fand in den Räumlichkeiten der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) die Festveranstaltung zur 100. Sitzung der Arbeitsgemeinschaft für Ländliche Sozialforschung statt. Das Jubiläum bot Gelegenheit, auf die Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft und ihre Bedeutung für die sozialwissenschaftliche Forschung zu ländlichen Räumen in Österreich zurückzublicken. Begrüßungsworte kamen von Martin Schönhart, Direktor der BAB, Isabella Grandl von der Abteilung II/1 im BMLUK, sowie der Sprecherin der ÖGS-Sektion Ländliche Sozialforschung, Rike Stotten, die für die Veranstaltung extra aus Innsbruck anreiste. An der Veranstaltung selbst nahmen langjährige Wegbegleiter:innen der ARGES aber auch Nachwuchswissenschafter:innen und Vertreter:innen aus der Praxis der ländlichen Entwicklung teil.
Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Keynote von Georg Wiesinger, der einen Überblick über die Entwicklung und zentrale Themen der Agrarsoziologie und der ländlichen Sozialforschung gab. Dabei wurde deutlich, wie sich das Forschungsfeld in den vergangenen Jahrzehnten weiterentwickelt hat und welchen wichtigen Beitrag es zum Verständnis sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Prozesse im ländlichen Raum leistet.
Ein weiterer Programmpunkt widmete sich dem Thema „50 Jahre ARGE“. Dabei wurde die Geschichte der Arbeitsgemeinschaft nachgezeichnet – von den ersten losen Zusammenkünften einiger Interessierter bis hin zu einem etablierten Vortrags- und Austauschformat der ländlichen Sozialforschung in Österreich. Besonders hervorgehoben wurde dabei der Begründer der ARGE, Werner Pevetz, von der damaligen Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, der mit seiner Initiative den Grundstein für den wissenschaftlichen Austausch in diesem Forschungsfeld gelegt hat.
Die in der Arbeitsgemeinschaft für Ländliche Sozialforschung verfolgten Bestrebungen der Vernetzung von Forscher:innen fußte 2015 nicht zuletzt in die Gründung einer eigenen Sektion für Ländliche Sozialforschung in der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS). Heute ist die Sektion Ländliche Sozialforschung eine wichtige Plattform für Vernetzung und wissenschaftlichen Austausch innerhalb der österreichischen Soziologie dar. Die ARGES bildet als Aktivität einen wichtigen Baustein für die Vernetzung und Sichtbarkeit der ländlichen Sozialforschung in Österreich und darüber hinaus.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion zur ländlichen Sozialforschung in Gegenwart und Zukunft, in der aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und zukünftige Forschungsperspektiven diskutiert wurden. Die Diskussion unterstrich die anhaltende Relevanz sozialwissenschaftlicher Forschung für das Verständnis und die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen.
Gerade vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen kommt der ländlichen Sozialforschung eine besondere Bedeutung zu. Sie trägt dazu bei, soziale Strukturen, Lebensweisen und Transformationsprozesse im ländlichen Raum besser zu verstehen und liefert damit wichtige Grundlagen für eine evidenzbasierte Politikgestaltung sowie für die nachhaltige Entwicklung ländlicher Regionen.
Mit der Übergabe der Funktion des Schriftführers der ARGES von Georg Wiesinger an Martina Schorn und Ingrid Machold wird die Arbeitsgemeinschaft Ländliche Sozialforschung nach dieser denkwürdigen Jubiläumssitzung nun in die nächste Ära geführt.
Die BAB betreut die ARGES in Kooperation mit der ÖGS Sektion Ländliche Sozialforschung.
alle Fotos: BAB 2026. Kömle, Tamme, Hager


















