Forschungsprojekte

BAB 086/25: Situation der Bäuerinnen in Österreich 2026

Analyse der aktuellen Arbeits- und Lebensverhältnisse

Seit den 1970er Jahren werden in Österreich im 10-Jahresrhythmus Bäuerinnen-Studien (1976, 1986, 1996, 2006 und 2016), durchgeführt, die von der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen (ARGE Bäuerinnen) initiiert wurden. Die Fragestellungen (Fragebatterien) zu den Arbeits- und Lebensverhältnissen von Bäuerinnen blieben über den gesamten Zeitraum im Kern gleich. Das gegenständliche Projekt ist Teil der Umsetzungsevaluierung des GAP-Strategieplanes 2023-2027 (GSP 23-27), im Konkreten für das Evaluierungsthema „Gleichstellung“, das im Rahmen des Spezifischen Ziels 8 im GSP 23-27 behandelt wird. Im Zuge dessen sollen Fragen hinsichtlich der Erfahrungen der Bäuerinnen mit der Nutzung von Interventionen des GSP 23-27 beantwortet werden.

Zielsetzung

Die Zielsetzung des Projektes ist die Fortschreibung der Panelerhebung zur Situation der Bäuerinnen in Österreich. Die wiederkehrenden Fragestellungen ermöglichen den Vergleich zu den Ergebnissen der Vorgängerstudien und lassen auf Trends und Entwicklungen schließen. Die Studie verfolgt einen Mixed-Methods-Ansatz, der eine quantitative Online-Panel-Befragung sowie Erhebungen mit explorativem Charakter (Einstiegsworkshops, Expert:innen-Interviews, qualitative Interviews, Fokusgruppe) umfasst. Die explorativen Elemente des Forschungsdesigns zielen darauf ab, vertiefende Einsichten in aktuelle Themen, Probleme und Bedarfe von Frauen in allen Lebensphasen und Altersgruppen auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben zu gewinnen. Auch in der quantitativen Online-Panel-Befragung sind zusätzliche Fragestellungen zur sozialen Absicherung sowie zu sozialen, ökologischen und landwirtschaftlichen Transformationen und deren Einschätzungen durch die befragten Frauen auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben vorgesehen. Zudem werden im Sinne der Evaluierung des Themas „Gleichstellung“ im Rahmen des GSP 23-27 die Erfahrungen zur Nutzung von Interventionen des GSP23-27 abgefragt.

Geplanter Ablauf und Durchführung

Arbeitspaket 1: Projektmanagement und Kommunikation

Im Rahmen der Bäuerinnen-Studie 2026 werden drei gemeinsame Treffen mit dem Auftraggeber und der Steuerungsgruppe des Projektes durchgeführt. Für die Diskussion der quantitativen und qualitativen Erhebungsinstrumente wird es spezifische Treffen mit einer Untergruppe der Steuerungsgruppe geben.

Arbeitspaket 2: Stand der Forschung

Zu Beginn des Projektes wird eine Literatur- und Dokumentenanalyse durchgeführt. Das detaillierte Studium von Vorgängerstudien und von aktuellen Studien aus dem DACH-Raum dient dazu, thematischen Input für die quantitative und für die qualitative Erhebung zu erhalten. Themen, die im deutschsprachigen Raum sowie in der EU als relevant angesehen werden, sollen berücksichtigt werden. Dies erfolgt durch die Sichtung nationaler und internationaler Literatur zur Situation der Frauen in der Landwirtschaft, zu den Zukunftsperspektiven von jungen Landwirt:innen und durch eine Dokumentenanalyse von Strategiepapieren, Policy Briefs und Fachexpertisen im Kontext der österreichischen und EU-Agrarpolitik.

Arbeitspaket 3: Einstiegsworkshops

Die Einstiegsworkshops dienen dazu, relevante Themen, Probleme und Bedarfe für Frauen auf land- und forstwirtschaftlichen Betrieben in Österreich zu erfassen. Die regional geclusterten Einstiegsworkshops in West-, Süd- und Ostösterreich sollen thematischen Input für die daran anschließenden quantitativen und qualitativen Erhebungen liefern. Bei Bedarf werden im Anschluss an diese Einstiegsworkshops bis zu fünf Expert:innen-Interviews durchgeführt, um etwaige Fragen aus den Einstiegsworkshops sowie Erkenntnisse aus dem Arbeitspaket 2 zu vertiefen.

Arbeitspaket 4: Quantitative Befragung

Für die Durchführung der quantitativen Befragung der Bäuerinnen in Österreich ist die Definition einer repräsentativen Stichprobe mit adäquater Schichtung erforderlich. Im Zuge der Ziehung der Stichprobe wird der fachliche Austausch mit dem Auftraggeber gesucht. Des Weiteren erfolgt die Aktualisierung der Fragebatterien aus den Vorgängerstudien und die Definition von zusätzlichen Fragestellungen, auch hinsichtlich der Umsetzungsevaluierung des GSP 23-27. Die quantitative Panel-Befragung wird Online durchgeführt und wird im Anschluss mit SPSS oder R ausgewertet. Die Ergebnisse werden in Folge kontextualisiert und tabellarisch und graphisch aufbereitet.

Arbeitspaket 5: Qualitative Befragungen

Die qualitativen Interviews dienen der Vertiefung der in den Ergebnisworkshops und in der quantitativen Befragung erfassten relevanten Themen. In den Regionen West, Ost und Süd sind jeweils 5-8 Interviews vorgesehen, also insgesamt für ganz Österreich 15-24 Interviews. Gemäß der Methode der qualitativen Befragung wird in diesem Arbeitspaket keine Repräsentanz angestrebt. Die Interviewpartnerinnen sollen neben Bäuerinnen auf land- und forstwirtschaftlichen Familienbetrieben auch Frauen auf Betrieben mit anderen Rechtspersönlichkeiten sowie Neueinsteigerinnen umfassen.

Arbeitspaket 6: Fokusgruppe Ergebnisdiskussion

Die Erkenntnisse der quantitativen Erhebung und der explorativen qualitativen Elemente werden in der Fokusgruppe „Ergebnisdiskussion“ gemeinsam diskutiert sowie validiert. Es ist vorgesehen, dass von der Fokusgruppe Feedback in Hinblick auf die finale Darstellung der Ergebnisse der Erhebungen gegeben wird, Erkenntnisse für die Evaluierung bewertet und mögliche Handlungsempfehlungen an Verwaltung, Interessensvertretung und Politik erarbeitet werden.

Arbeitspaket 7: Verfassen des Forschungsberichtes

Die Abfassung des Forschungsberichtes erfolgt unter Heranziehung der umfangreichen empirischen Ergebnisse, die im Laufe der Durchführung der Bäuerinnen-Studie 2026 gewonnen wurden.

Arbeitspaket 8: Dissemination Ergebnisse

Im Anschluss an die Berichtslegung wird mit der Dissemination der Ergebnisse begonnen. Die Verwertung der Ergebnisse dieser Grundlagenstudie umfasst die Publikationstätigkeit in wissenschaftlichen Zeitschriften, die Präsentation der Ergebnisse auf inter-/nationalen Konferenzen sowie den intensiven Austausch der Erkenntnisse innerhalb der wissenschaftlichen Community.

Dieses Projekt erfolgt in Kooperation mit BAB-Project.

Laufzeit

Projektbeginn: 10/2025
Projektende: 12/2026

Projektstatus

laufend

ProjektleiterIn

OEDL-WIESER, Theresia

Mag.a DI.in Dr.in Theresia OEDL-WIESER

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek

Team

SCHORN, Martina

Dr.in Martina SCHORN

Ländliche Sozialforschung und Bibliothek
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