Vier Jahrzehnte Engagement für sektorübergreifende Agrarwirtschaft und Regionalentwicklung
Mit dem Jahr 2026 verabschiedet sich unser geschätzter Kollege Klaus Wagner nach beinahe vier Jahrzehnten engagierter Tätigkeit an der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen in den Ruhestand.
Seine Laufbahn begann 1987 als Vertragsbediensteter an der damaligen Bundesanstalt für Agrarwirtschaft. In den folgenden Jahren prägte er die Institution an drei Wiener Standorten – Ober Sankt Veit, Marxergasse und Dietrichgasse – maßgeblich mit. Als Leiter der Abteilung für Berggebietsforschung und Regionalentwicklung sowie als stellvertretender Leiter der Bundesanstalt übernahm er zentrale fachliche und organisatorische Verantwortung. In zwei Übergangsphasen führte er die Bundesanstalt zudem interimistisch.
Raumplanung mit Weitblick
Als ausgebildeter Raumplaner und Regionalforscher widmete sich Klaus Wagner von Beginn an grundlegenden Fragen der regionalen Differenzierung. Bereits 1987 arbeitete er am Projekt zur Neuabgrenzung landwirtschaftlicher Haupt- und Kleinproduktionsgebiete. In weiterer Folge war er federführend an der Abgrenzung der ehemaligen EU-Ziel-5b-Fördergebiete sowie von Alm- und Grünlandregionen beteiligt.
Sein besonderes Interesse galt der Analyse regionalstatistischer Grundlagen der landwirtschaftlichen Nutzung in Österreich. Dabei verstand er Landwirtschaft stets als integralen Bestandteil regionaler und insbesondere ländlicher Entwicklung – mit Wirkungen weit über die reine agrarische Produktion hinaus.
Landwirtschaft im Kontext anderer Sektoren
Zahlreiche Forschungsprojekte entstanden in enger Kooperation mit benachbarten Fachbereichen wie Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz sowie Raumplanung. Durch diese interdisziplinäre Zusammenarbeit gelang es, die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und regionalen Entwicklungspfaden sichtbar zu machen.
Klaus Wagner war zudem in unterschiedlichen Phasen und Themenfeldern an der Evaluierung der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik beteiligt und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung agrarpolitischer Instrumente.
Internationale Vernetzung und Drittmittelprojekte
Ein bedeutender Teil seiner Tätigkeit lag in nationalen und internationalen, drittmittelfinanzierten Kooperationsprojekten. Durch sein Engagement in EU-Twinning-, COST-, Interreg-, Horizon- und ERASMUS-Projekten sowie in wissenschaftlichen Netzwerken konnte nicht nur die finanzielle Basis der Bundesanstalt gestärkt werden – es eröffnete sich auch der Blick über den österreichischen Tellerrand hinaus.
Der Austausch mit internationalen Partnerinnen und Partnern brachte neue Forschungsansätze, Methoden und Perspektiven, die gewinnbringend auf heimische Fragestellungen übertragen werden konnten.
Mit seiner fachlichen Expertise, seinem strategischen Weitblick und seinem Engagement für die ländliche Entwicklung hat Dipl.-Ing. Klaus Wagner die Arbeit der Bundesanstalt nachhaltig geprägt. Sein Wirken verbindet wissenschaftliche Fundierung mit praxisnaher Regionalentwicklung – eine Kombination, die auch künftig Orientierung bieten wird.
Wir danken Klaus für seinen langjährigen Einsatz und wünschen für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.
Informationen zu den Aktivitäten zB auf der BAB Webpage (BAB - Klaus Wagner) und in der BAB Bibliothek (BAB-Bibliothek - Wagner, Klaus)
