Katrin Hofer und Somaye Latifi nahmen am 30. Kongress der Europäischen Gesellschaft für ländliche Soziologie (ESRS) teil. Sie organisierten eine eigene Session und präsentierten erste Ergebnisse aus ihrer Fallstudienanalyse, die sie aktuell im Rahmen des SERIGO-Projekts in Schwarzau im Gebirge durchführen.
Der Kongress fand von 7. bis 11. Juli 2025 an der Rīga Stradiņš University (RSU) in Lettland statt und stand unter dem Leitthema „Navigating Rural Transitions: Exploring Liveable Futures“. Dabei wurden die Teilnehmenden eingeladen, über die komplexen Transformationsprozesse im ländlichen Raum nachzudenken und vielfältige Zukunftsszenarien zu erkunden – von gerechten, nachhaltigen und lebenswerten Perspektiven für alle bis hin zu Visionen, die sich mit den Herausforderungen und Krisen unserer Zeit auseinandersetzen.
Eröffnet wurde der Kongress am 7. Juli von Miķelis Grīviņš (RSU), Armands Krauze (Landwirtschaftsminister der Republik Lettland) und Agrita Kiopa (Vizerektorin für Wissenschaft an der RSU). Die Eröffnung-Keynote hielt Barbara van Dyck (Freie Universität Brüssel, Belgien) mit dem Titel „Seeking refuge in the future: a tale of fictions and frictions“.
Am zweiten Kongresstag wurden insgesamt neun Exkursionen angeboten, unter anderem in die umliegenden Regionen von Riga. Somaye Latifi nahm an der Exkursion zum lokalen Unternehmertum teil, während Katrin Hofer die Region Jelgava im Rahmen ihrer Exkursion näher kennenlernte.
Der dritte Tag begann mit einer Keynote von Aura Moldovan (Thünen-Institut, Deutschland) zum Thema „Residential Mobilities Between Urban and Rural Spaces: Experiences and Expectations for Livable Futures“. Am Nachmittag fand die Session „Building Liveable Rural Futures: Social and Solidarity Economy in the Light of Social and Climate Justice in Rural Areas“ statt, die Katrin Hofer und Somaye Latifi gemeinsam mit ihrer SERIGO-Projektpartnerin Marika Gruber (FH Kärnten) sowie Márta Kiss und Boldizsár Megyesi (HUN-REN Centre for Social Sciences, Ungarn) organisierten. Das Session-Format bestand aus fünf kurzen Präsentationen und einer anschließenden offenen Diskussion im World-Café-Setting über die Rolle der Sozial- und Solidarökonomie sowie über den ländlichen Raum als Gestaltungsfaktor für gerechte Transformationen. Die Session war ein großer Erfolg und bot Raum für spannende Diskussionen über die Vielfalt der Sozial- und Solidarökonomie in Europa. Im Rahmen der Beiträge wurde auch das SERIGO-Projekt sowie die geplante österreichische fallübergreifende Analyse mit dem Titel „The Potential of the Social and Solidarity Economy to Enhance Social Inclusion: Lessons from Rural Austria“ von Somaye Latifi und Marika Gruber vorgestellt.
Der dritte Kongresstag fand seinen Ausklang beim Kongressdinner in der Lettischen Nationalbibliothek – bei gutem Essen, Live-Musik und zahlreichen inspirierenden Gesprächen.
Am letzten Tag wurde der Kongress mit der Keynote „Toward Multispecies Food Sovereignty: Relational Futures at the Land-Sea Interface“ von Guntra Aistara (Central European University, Wien) abgeschlossen. Die Teilnahme am Kongress war für Katrin Hofer und Somaye Latifi eine bereichernde Woche mit vielen wertvollen Impulsen für ihre weitere Projektarbeit.
Der 31. ESRS-Kongress wird 2027 in Wageningen (Niederlande) stattfinden.




